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Literaturgeschichte

Faustregeln zur Kommasetzung

von Dorothea Mosler

Kommas gliedern Sätze, das tun andere Satzzeichen auch, aber sie gehören zu den am häufigsten verwendeten Satzzeichen und es gibt einige Stolpersteine beim Setzen von Kommas. Dafür - besser dagegen, gibt es ein paar Faustregeln:

 

Faustregeln zur Kommasetzung

1. Nebensätze

Die meisten Kommas trennen Sätze voneinander, zum Beispiel Haupt- und Nebensätze. Sätze erkennt man am finiten (gebeugten) Verb. Bei einem Hauptsatz steht das Verb an zweiter Position, bei einem Nebensatz am Ende. Außerdem beginnen Nebensätze oft mit einer Konjunktion, an denen man sie erkennt (siehe unten).

Mia hat gesehen, dass ihr Plan funktioniert. Meine Schwester ist sehr müde, weil sie wenig geschlafen hat. Paul ist ein Typ, der seine Meinung nicht so schnell preisgibt.

2. Aufzählungen

In einer Aufzählung müssen zwischen die gleichartigen Satzglieder Kommas gesetzt

werden. Bei Aufzählungen werden Kommas gebraucht, um die Wörter und Wortgruppen aneinanderzureihen. Am Ende der Aufzählung wird kein Komma mehr benötigt, wenn die Aufzählungsglieder durch bestimmte Konjunktionen verbunden sind. Z.B. durch die folgenden Konjunktionen wird das Komma komplett ersetzt:

und, oder, sowie, wie, beziehungsweise / bzw., sowohl ... als auch, entweder ... oder, weder ... noch

Achtung: wann wird kein Komma in der Aufzählung gesetzt?

Bei nicht gleichrangigen Adjektiven d.h. wenn ein Adjektiv die folgende Wortkombination erklärt, darf kein Komma stehen

die jüngsten politischen Entwicklungen.

3. Partizipialkonstruktionen

Nachgestellte Partizipien oder Partizipgruppen können mit Kommas eingeschlossen werden.

Die Klasse beschließt, von dem Ausflug völlig begeistert, dort noch einmal hinzufahren.

Wann brauche ich kein Komma?

Wenn nur ein einzelnes Partizip steht, wird kein Komma gesetzt.

Lachend betrat sie den Klassenraum.

4. Infinitivgruppen

4.1. Ein erweiterter Infinitiv, der durch eines der folgenden Wörter eingeleitet wird, wird durch ein Komma abgetrennt:

- als, anstatt, außer, daran, darum, darauf, um, ohne, statt.

Er rannte los, ohne auf die anderen Läufer zu achten. Ich bin früh aufgebrochen, um viel Zeit zu haben..

4.2. Infinitivgruppen, die von einem Substantiv abhängen, müssen durch ein Komma abgetrennt werden.

Sie wurde bei dem Versuch, bei der Klassenarbeit zu spicken, erwischt.

4.3. Wenn eine Infinitivgruppe von einem Verweiswort abhängt, z.B. es, daran, darauf usw., muss ein Komma gesetzt werden

Ich habe mich darauf gefreut, sie zu sehen. Ihr Ziel ist es, den Jackpot zu knacken.

Wann brauche ich kein Komma?

Wenn der Infinitiv keine Erweiterung hat, könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr ein Komma setzt oder nicht.

Sie hoffte (,) ihn bald wiederzusehen.

5. Konjunktionen

5.1. Entgegengesetzte Konjunktionen

Vor entgegengesetzten Konjunktionen steht ein Komma, z.B. bei aber, allein, doch, jedoch,

sondern, vielmehr.

Nicht nur der Text stammte von der Sängerin, sondern auch die Melodie.

5.2. Anreihende Konjunktionen

Zwischen Satzteilen, die durch anreihende Konjunktionen verbunden sind, muss ein Komma stehen:

  • bald - bald
  • einerseits - andererseits
  • einesteils - anderenteils
  • teils - teils
  • je - desto
  • ob - ob
  • halb - halb
  • nicht nur - sondern auch

Einerseits würde Lina sich gerne mit ihrer Freundin treffen, andererseits weiß sie genau, dass sie ihre Übungsaufgaben noch beenden muss.

5.3. Gleichrangige Konjunktionen

Bei gleichrangigen Konjunktionen werden normalerweise keine Kommas gesetzt:

  • und
  • oder
  • beziehungsweise (bzw.)
  • entweder - oder
  • nicht - noch
  • sowie
  • sowohl - als (auch)
  • sowohl - wie (auch)
  • weder - noch
  • wie

Ich kenne weder die CD noch die Lieder darauf.

6. Wörtliche Rede

Wenn nach der wörtlichen Rede der übergeordnete Satz folgt oder weitergeführt wird, muss nach den Ausführungszeichen ein Komma gesetzt werden. Es darf kein Punkt an das Ende der wörtlichen Rede gesetzt werden (Fragezeichen und Ausrufezeichen dürfen

gesetzt werden), wenn der übergeordnete Satz folgt oder weitergeführt wird.

„Es ist unglaublich schade. Es war die ganze Zeit schlechtes Wetter“, sagte sie völlig enttäuscht.

7. Erläuterungen

7.1. Nachgestellte Erläuterungen

Wenn Erklärungen nachgestellt werden, müssen sie mit einem Komma abgetrennt werden.

Wir sollten uns bald auf den Weg machen, in fünf Minuten.

7.2. Erläuterungen im Satz

Erläuterungen, die durch „d.h.“, „nämlich“, „z.B.“ , „wie“ , „und zwar“ eingeleitet werden, müssen durch Kommas eingeschlossen werden.

Einige Ausflugsziele in Berlin, z.B. den Reichstag, besichtigen wir jedes Mal mit unseren Austauschschülern.

8. Anreden und Ausrufe

Das Komma steht nach Empfindungswörtern, wenn sie besonders betont werden. Es steht auch mitten im Satz in der Anrede und bei Ausrufen.

Verflixt, wo ist der USB-Stick schon wieder! Klaus, halte bitte den Stuhl fest! Aua, das tut so weh!

9. Namen und Adressen

Solange die Namen auch mit Titeln in der natürlichen Reihenfolge stehen, werden keine Kommas gesetzt. Das gilt auch für Namenszusätze

Friedrich der Große Lucas Cranach der Ältere Professor Dr. Heinrich Schmidt

9.1 Mehrteilige Orts-, Wohnungs-, Zeit und Literaturangaben grenzt man mit Komma ab.

Dieter Franke, Frankfurt a.M., Bamberger Str. 6, 5. Stock
Schmidt, Anne, Eberswalde, Am Zollamt 4, 2. Stock

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